Tanzen – Definition Teil 2

Tanzen besteht für mich aus drei wichtigen Elementen:

1.Technik:

Sie umfasst grundsätzlich die Schritte, die Art seinen Körper zu bewegen und den Umgang mit der Musik. Wer nicht laufen kann, der kann selten tanzen (diese Aussage soll hier aber keine Beleidigung an alle Rollstuhltänzer sein)

2.Erotik:

Erotik ist für mich die Beziehung im Paar. wer sich gut versteht sollte dies auch zum Ausdruck bringen. Ein Paar, das privat nicht miteinander zusammen ist, kann trotzdem auf der Fläche ein Liebespaar sein – nein muss es sogar sein! Rumba z.B. hat seinen Ursprung in einem afrikanischen Brautwerbetanz. Und damit denke ich, ist das Maß an Erotik für diesen Tanz auch vorgegeben – das heißt alles nur mögliche!

3.Show:

jedes Paar verkauft sich nach außen hin. Ob es das Paar auf dem Ball isst, das nur einmal im Jahr tanzt oder das Turnierpaar, das regelmäßig bei Meisterschaften antritt. Man wird immer beobachtet und je besser oder schlechter man ist, desto genauer. Auffallen um jeden Preis ist nicht das was ich mir unter Show vorstelle. Show ist, wenn etwas transportiert wird. Wenn das Publikum gebannt ist, Teil der Vorstellung wird und es einem als Zuschauer kalt den Rücken runter läuft. Aber auch das bloße „Gern-Hinsehen“ bei dem Paar das nur einmal im Jahr tanzt, man aber sieht, dass beide Spaß haben und gut harmonieren. Leider ist es bei vielen Turniertänzern so, dass man ihnen ansieht, dass sie viel Zeit vor dem Spiegel trainiert haben und darüber vergessen haben, dass der Spiegel bei einem Turnier gar nicht da ist, sondern da Leute aus Fleisch und Blut sitzen, denen es nicht genügt, schön einstudierte Posen und Figuren zu sehen, sonder die berührt werden wollen. Die heiß darauf sein wollen, genau mit diesem Herren oder dieser Dame tanzen zu wollen. Denen die Füße förmlich zucken, weil sie mitgerissen werden von dem, was sie auf der Fläche gerade eben miterleben dürfen.

Das Zusammenspiel dieser drei Elemente ist ausschlaggebend für eine schönes, erotische aber auch spaßvolles Tanzen. Nur einer der drei Punkte ist kein Garant für Erfolg und schon gar nicht für ein Erfolgserlebnis.

Der Weg, um dies zu erreichen ist geprägt von Fleiß und Enttäuschungen. Aber er sollte eine Mischung aus „Leck-mich-a..-A..-Gefühl“ und Ehrgeiz sein. Keiner ist perfekt und der Weg ist das Ziel. Kleine Erfolge genießen und nicht an augenblicklichen Misserfolgen verzweifeln. Nuer wer über seine eigenen Fehler lachen kann und trotzdem sein Ziel weiterhin verfolgt, der wird es zu etwas bringen. Spaß zu haben beim Üben mit dem Partner, auch wenn es mal nicht so gut läuft ist eine Garantie für eine lange Tanzpartnerschaft und Selbsterfüllung. Mit diesen beiden Voraussetzungen lassen sich die selbst gesteckten Ziele ohne weiteres erreichen. Nicht jeder ist zum Meister geboren. Einzusehen, dass man irgendwann an der Leistungsgrenze angelangt ist, aber trotzdem Spaß zu haben, führt oft dazu, dass man im Bereich Erotik und Show 120 Prozent bringt, obwohl bei der Technik bei 80 oder 90 Prozent Schluss ist. Aber genau das macht es ja aus! Wir tanzen nicht alle vor Wertungsrichtern und eigentlich wollen wir ja alle nur eines:

Spaß haben mit dem Partner, vielleicht mit einem Schuss Anerkennung von außen 🙂